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Seit Februar 2015 bin ich als staatlich anerkannter Erzieher mit Zusatzausbildungen in den Bereichen sprachlicher Integration, allgemeiner und spezieller Sprachförderung sowie im Konzentrationstraining und in der progressiven Muskelentspannung in verschiedenen Kitas für die allgemeine Sprachförderung zuständig. Als Mitarbeiter der Praxen für Sprachtherapie Susanne Kaack in Gettorf und Kiel arbeite ich in Absprache dabei sehr eng mit dem logopädischen Team zusammen.

Oft ist den Eltern in der Kita die Begrifflichkeit Sprachförderung gar nicht richtig bewusst. Um in diesem Bezug ein wenig Aufklärung zu betreiben möchte ich Ihnen den Unterschied zwischen Sprachförderung & Sprachtherapie nachfolgend ein wenig veranschaulichen.


Was ist eine Sprachförderung?

Die Sprachförderung ist eine vom Land finanzierte Maßnahme, die im Kindergarten in Gruppen durchgeführt wird. Dabei wird nicht so sehr auf individuelle Defizite, sondern allgemein auf die Stärkung und Weiterentwicklung vorhandener sprachlicher Fähigkeiten z.B. in den Bereichen Sprachmelodie, Grammatik, Wortschatz und Erzählfähigkeit abgezielt. In der Sprachförderung können „sprachschwächere“ Kinder bereits erworbene Strukturen festigen und vertiefen. Neue Strukturen können jedoch nicht erarbeitet werden. Somit unterscheidet sich die Sprachförderung deutlich von einer individuellen Therapie. Die Zuweisung in eine solche Sprachfördergruppe regeln die ErzieherInnen in den Kitas. Denkbar ist diese allgemeine Unterstützung auch bei Kindern mit einer Sprachstörung zur Festigung der erlangten Fähigkeiten nach einer Sprachtherapie oder unterstützend zeitgleich zu einer Sprachtherapie- jedoch keinesfalls ersetzend. Beide Maßnahmen können sich sehr sinnvoll ergänzen und zu mehr Effizienz führen. Kinder mit Sprachstörungen, also wenn grundlegende sprachliche Strukturen fehlen, brauchen logopädische Therapie. Nur eine allgemeine Sprachförderung kann ihnen nicht helfen.

 

Was ist Sprachtherapie? 

Die Sprachtherapie ist eine von den Krankenkassen finanzierte  Behandlung, die auf Verordnung des Arztes durchgeführt wird. Sprachtherapie wird in einer Einzelsituation i.d.R. in einer Praxis mit speziell auf die Behandlungskonzepte zugeschnittenem Therapiematerial durchgeführt.  Die Behandlung verläuft spielerisch und ist individuell an die Symptome, an das Alter des Kindes und seinen Entwicklungsstand angepasst. Eine sinnvolle und effiziente Sprachtherapie kann in der Regel in der Kita nicht geleistet werden und ist deshalb von Krankenkassenseite nicht zulässig. Der wichtige Teil „Elternberatung und –anleitung“ würde hier nicht ausreichend in die Therapie einbezogen werden können. Eine Ausnahme bildet die Behandlung integrativ aufgenommener Kinder mit Störungen von besonderer Schwere. Der enge interdisziplinäre Austausch mit den Heilpädagogen vor Ort stellt eine große Entwicklungschance dar.
Die häufigsten Sprachstörungen bei Kindern sind Aussprachestörungen (betroffene Lautbildung). Wenn weitere Sprachfähigkeiten wie der Satzbau, die Wortform, der Wortschatz und/oder das Sprachverstehen gestört sind, spricht man von Sprachentwicklungsstörungen. Spricht ein Kind nicht flüssig, hat Blockaden beim Sprechen oder wiederholt Wörter oder Wortteile, kann eine Redeflussstörung vorliegen. Außerdem gibt es noch mundmotorische Störungen, Stimmstörungen (z.B. chronisch heisere Stimmen sowie nasalen Stimmklang) und die Sprechbewegungsstörungen.

Wenn Eltern oder ErzieherInnen den Verdacht einer Störung der Sprachentwicklung eines Kindes feststellen, sollten Eltern den Entwicklungsstand des Kindes mit dem Kinderarzt besprechen. Der Kinderarzt oder ein Facharzt für Stimm- und Sprachstörungen, der auch im Verdachtsfall zur Logopädin weiter verweisen kann (ggf. auch nur für eine Diagnostik), ist der erste Ansprechpartner für Eltern. Die Programme zur vorschulischen Sprachförderung, die für viele sprachschwache Kinder eine große Chance darstellen, können für Kinder mit einer Sprachentwicklungsstörung zur „Förderfalle“ werden. Denn durch die Teilnahme an einer für alle „sprachschwachen“ Kinder konzipierten Fördermaßnahme kann eine echte Sprachentwicklungsstörung nicht überwunden werden. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass mit einer allgemeinen Sprachförderung bei Kindern mit Sprachstörungen nach dem dritten Lebensjahr keinerlei Aufhol-, sondern „nur“ Vertiefungseffekte von angelegten sprachlichen Strukturen zu erreichen sind.